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Woher kommt der Muttertag?
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14.05.2006
Die Schriftstellerin und Frauenrechtlerin Julia Ward Howe forderte im Jahre 1872, daß amerikanischen Müttern ein offizieller Feiertag gebühre.
Anna Jarvis aus Philadelphia griff die Idee wieder auf und feierte am 9. Mai 1907 - dem 2. Todestag ihrer Mutter - einen Dankes-Gottesdienst in der Kirche ihres Heimatortes Grafton/West Virginia. Zudem startete sie eine Initiative für die Einführung eines offiziellen Feiertags zu Ehren der Mütter.

Der Werbefeldzug war letztlich von Erfolg gekrönt, als Präsident Woodrow Wilson am 8. Mai 1914 den Muttertag für jeden zweiten Sonntag im Mai zum nationalen Ehrentag erklärte.
Neben dem Brauch, an diesem Tage eine farbige Nelke zu Ehren der lebenden Mütter zu tragen oder eine weiße in Angedenken für die bereits Verstorbenen, setzte sich von da an auch das Versenden oder Übergeben von Muttertagskarten durch.
Nach dem Ersten Weltkrieg konnte sich der Muttertag auch auf dem europäischen Festland durchsetzten, zunächst in der Schweiz (1917) und in Skandinavien (1918/19), 1923 dann auch in Deutschland, wo er pikanterweise durch den Verband Deutscher Blumengeschäftsinhaber etabliert wurde. Im »Dritten Reich« erklärten 1933 die Nationalsozialisten den Familienfesttag zum Staatsfeiertag und mißbrauchten ihn für ihre Mutterkult-Ideologie. Mit der Gründung der Bundesrepublik 1949 wurde der Muttertag wieder ein rein privater Feiertag. In der ehemaligen DDR wurde der Muttertag nicht offiziell begangen - er wurde durch den Internationalen Frauentag am 8. März ersetzt.
Heute wird der 2. Sonntag im Mai als Muttertag begangen. Sollte der Muttertag allerdings auf den Pfingstsonntag fallen, so ist der Muttertag einen Sonntag früher. Der Muttertag ist nicht mit dem Internationalen Frauentag am 8. März zu verwechseln. |