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22./23. September
Die Sonne hat auf ihrem Weg von Norden nach Süden den Äquator erreicht und steht genau auf dem Himmelsäquator, also auch senkrecht über dem Erdäquator (= 0° Breitengrad). Sie wird ihren Weg weiter nach Süden fortsetzen, die Tage werden dadurch immer kürzer und die Nächte immer länger ausfallen .
Der Herbstbeginn ist einer der Tage, die als sogenannte "Tagundnachtgleichen" bezeichnet werden. Die Tagundnachtgleichen markieren den Beginn des astronomischen Frühlings bzw. des astronomischen Herbstes. Zu den Tagundnachtgleichen sind überall auf der Erde Tag und Nacht fast gleich lang, weil jeweils die Hälfte der täglichen Sonnenbahn oberhalb bzw. unterhalb des Horizonts liegt.
Überall auf der Erde geht die Sonne an diesem Tag fast genau im Osten auf und im Westen unter.

Die Herbstzeit liegt daher zwischen dem Herbst-Äquinoktium (Tag-und-Nacht-Gleiche) und Winter-Solstitium (Wintersonnenwende).
Auf der Nordhalbkugel unseres Planeten ist dies die Zeit zwischen dem 22./23. September und dem 21./22. Dezember, auf der Südhalbkugel ist es die Zeit zwischen dem 20./21. März und dem 21. Juni.
Wenn es jahreszeitlich auf der nördlichen Halbkugel also langsam Herbst/Winter wird, erleben die Menschen auf der südlichen Halbkugel Frühling und Sommer. Wird allgemein über Jahreszeiten gesprochen, so sind in der Regel die astronomischen Jahreszeiten gemeint. Sie bestimmen Termine in unserem Kalender wie z.B. die beweglichen Feiertage, die vom Osterdatum abhängen.
Die astronomischen Jahreszeiten werden von Astronomen anhand des scheinbaren Laufs der Sonne auf ihrer Bahn, der Ekliptik, bestimmt.
Die Ekliptik wird dabei genau wie Kreise in einer 360°-Grad-Einteilung vermessen.
Für uns Menschen, die hier auf der Nordhalbkugel der Erde leben, gilt:
Der Frühlingspunkt (Frühlingsanfang) ist der Zeitpunkt, an dem die scheinbare geozentrische Länge der Sonne 0° beträgt. Die Sonne steht über dem Äquator (0° N), es herrscht Tagundnachtgleiche (Frühlings-Äquinoktium). Der Sommerpunkt ist der Zeitpunkt, an dem die scheinbare geozentrische Länge der Sonne 90° beträgt. Die Sonne steht über dem Wendekreis des Krebses (23,5° N), es ist Sommersonnenwende (Sommer-Solstitium). Der Herbstpunkt ist der Zeitpunkt, an dem die scheinbare geozentrische Länge der Sonne 180° beträgt. Die Sonne steht über dem Äquator (0° N), es herrscht Tagundnachtgleiche (Herbst-Äquinoktium). Der Winterpunkt ist der Zeitpunkt, an dem die scheinbare geozentrische Länge der Sonne 270° beträgt. Die Sonne steht über dem Wendekreis des Steinbocks (23,5° S), es herrscht Wintersonnenwende (Winter-Solstitium).
Die meteorologischen Jahreszeiten sind jedoch anders festgelegt. Die Wissenschaft von der Erdatmosphäre und dem sich in ihr abspielenden Wettergeschehen (Meteorologie; Wetterkunde) erfasst die unterschiedlichsten Klimadaten rund um die Erde.
Für die Auswertung dieser Daten sind vergleichbare Zeiträume von besonderer Bedeutung: z. B. Dekaden (10-Jahreszyklen), Jahre, Jahreszeiten, Monate und Tage.
Für die Auswertung der jahreszeitlich bedingten Klimawerte sind die astronomischen Jahreszeiten allerdings ungeeignet:
Im direkten Vergleich mit Monaten enstehen schwer interpretierbare Überlappungen. So würde eine Auswertung der Frühlingsdaten auf astronomischer Grundlage nicht mit den Werten der Monate März, April, Mai und Juni vergleichbar sein.
Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) eine Unterorganisation der UN, hat daher die meteorologischen Jahreszeiten eingeführt, die jeweils genau drei Monate lang sind und mit dem ersten Tag des Monats beginnen, in dem der astronomische Beginn der Jahreszeit liegt:
meteorologischer Frühling: 1. März, April, Mai meteorologischer Sommer: 1. Juni, Juli, August meteorologischer Herbst: 1. September, Oktober, November meteorologischer Winter: 1. Dezember, Januar, Februar
Für unseren Alltag sind die astronomischen Jahreszeiten von Bedeutung.
Spricht allerdings ein Wetterexperte über durchschnittliche Temperaturen im Frühling, sollten Sie damit rechnen, dass er den meteorologischen Frühling meint, der um etwa drei Wochen früher beginnt und damit noch nach unserer Erfahrung viele kalte Wintertage Anfang März einbezieht, hingegen so manch einen schönen Junitag nicht mehr berücksichtigt. |