Petrus auf die Finger geschaut Im Internet sind die aktuellen Wetterdaten für Völklingen jederzeit abrufbar. Ermittelt werden sie von Roland Schliwinski, der als Hobby eine private Wetterstation in Geislautern betreibt. Seine Daten übermittelt er auch an internationale Datenbanken, beispielsweise in den USA. (von sz-mitarbeiter Herbert Flath)

Völklingen. Die aktuellen Wetterdaten für Völklingen sind im Internet jederzeit abrufbar. Alle drei Minuten werden die Messdaten aktualisiert. Was kaum jemand weiß: Die private Wetterstation, die diese Daten ermittelt, befindet sich in der Warndtstraße in Geislautern.Hier wohnt Roland Schliwinski - sein Hobby ist das Wetter. Er überträgt seine Messwerte sogar zu Datenbanken in Österreich und den USA.
Seine Leidenschaft für das Wetter entwickelte Roland Schliwinski erst vor wenigen Jahren. Zu Weihnachten 2001 schenkte er seinem Vater eine Wetterstation mit einigen Mess-Sensoren. "Wetterstation light", nennt Roland Schliwinski das Geschenk scherzhaft. "Mein Vater war richtig glücklich." Aber nicht nur der Vater, wie sich zeigte. Der heutige Hobby-Meteorologe kaufte sich ein so genanntes Daten-Interface, mit dem er die Messdaten in den Computer einspeisen konnte. "Seitdem war ich verloren."
Heute steht unter der Internet-Adresse http://www.namoro.de/ eine umfangreiche Seite der Wetterstation Völklingen-Geislautern mit vielen Daten und einem Wetterarchiv der vergangenen zweieinhalb Jahre im Netz. Spielereien wie ein 360 Grad Panorama von Völklingen oder eine Sprachausgabe, die die aktuellen Wetterdaten ansagt, sorgen für den Unterhaltungsfaktor. Alle drei Minuten werden die Werte aktualisiert, auf Grafiken sind die Tagesverläufe von Temperatur, Luftdruck, Feuchtigkeit und vielen anderen Parametern ersichtlich. Weitere Informationen auf der Seite bezieht er von anderen Wetterstationen. Man findet die aktuelle Wettervorhersage des Deutschen Wetterdienstes und Blitzortungen für ganz Europa.
"Die Seite ist immer im Aufbau", sagt Roland Schliwinski. Stück für Stück baut er seine Homepage und seine Technik weiter aus. "Meine Frau hat Verständnis für mein Hobby", ist sich Roland Schliwinski sicher. Das ist auch nötig, denn bis jetzt hat er schon sehr viel Zeit in sein Hobby investiert. Manchmal sitze er bis null oder ein Uhr an seinem Computer. "Ich bräuchte vielleicht vier Monate ganz ohne Job und Familie, um auf einmal so weit zu kommen, wie ich jetzt bin", erzählt er. Pro Woche bringe er im Schnitt 10 bis 15 Stunden Zeit für seine Wetterstation auf. In Grenzen halten sich immerhin die Kosten für das zeitaufwendige Hobby: 1000 Euro habe er ungefähr in die sieben Sensoren an seinem Haus und die Computertechnik gesteckt. Hinzu kommen aber die laufenden Kosten für Strom und Internetverbindung. Denn der Computer, der alle Daten verarbeitet und letztlich ins Netz schickt, läuft 24 Stunden durch.
Die gemessenen Daten stellt Roland Schliwinski mehreren privaten wie kommerziellen Wetter-Datenbanken zur Verfügung. So bedient er ein internationales Messnetzwerk in den USA. Unter http://www.wunderground.com laufen Wetterdaten aus der ganzen Welt zusammen - auch die aus Völklingen-Geislautern.
Zahlreiche neue Projekte für seine Wetterstation sind bei Roland Schliwinski schon in Planung oder werden bereits umgesetzt. Eine ständig aktuelle Zeitrafferaufnahme des Himmels über Geislautern will er als Nächstes auf seiner Homepage präsentieren. "Die Aufnahmen werden genial", verspricht Schliwinski. Über den Winter will sich der Hobby-Meteorologe selbst einen Sensor zur Blitzortung bauen - damit könnte er frühzeitig vor Gewittern über Geislautern warnen. Schmunzelnd sagt er: "Man darf gespannt sein... |