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01. November
In den Abendstunden waren einige hundert Kraniche über Geislautern hinweggezogen. Laut Vogelexperten werden in den nächsten Tagen rund 45000 Kraniche auf ihrem Zug nach Südfrankreich und Spanien auch das Saarland überqueren.

Die Vögel sammelten sich an der deutschen Ostseeküste und der Wetterumschwung veranlasste sie nun zum schnellen Aufbruch. Die typischen V-Formationen - die Tiere wechseln sich an der Spitze ab - werden daher in den nächsten Tagen noch mehrere Male am Himmel zu sehen sein. Auch an ihren lauten Rufen, mit denen sie sich unter- einander verständigen, sind sie zu erkennen. Diese lauten Rufe werden auch in der Nacht zu hören sein, denn die Kraniche setzen ihren Zug nach Süden bis in die Nachtstunden fort. Aus Schweden, Norwegen und vielleicht auch aus dem Nordfinnland stammende Kraniche ziehen in Nord-Südrichtung durch Schweden, wobei es im westlichen und östlichen Teil des Landes stärkere Zugkonzentrationen herausgebildet haben. Ab Mitte August erreichen größere Rastgruppen der Westzieher das deutsche Festland zwischen der Odermündung und dem Darß. Die Zahl der bevorzugt auf der Insel Rügen siedelten Vögel erreicht zwischen Mitte und Ende Oktober ihren Höhepunkt. Ostzieher rasten teilweise auf Öland, um dann die Ostsee in Richtung Rügen, Polen und Estland zu überqueren. Der Abzug skandinavischer Kraniche findet zwischen Mitte August und Mitte Oktober statt, gelegentlich auch noch im November.
Ab Mitte September wird Deutschland sowohl von Norden als auch aus östlicher Richtung mit Rast zwischen Ostseeküste und Lausitz angeflogen. Seit Mitte der 1980er Jahre wird eine große Zunahme des Ost-West-Durchzuges im Inland festgestellt, so dass die Höchstzahlen seit 1996 an den großen Rastplätzen in Schlesien, im Turon-Eberswalder Urstromtal, nördlich Berlins und der Lausitz die der Küstenregionen überbieten. Der Höhepunkt des Ost-West-Durchzugs liegt in der zweiten Oktober- und ersten Novemberhälfte, wobei größere Zuggruppen aus dem Osten noch bis Mitte Dezember kommen können. Der Zug wird in südwestliche Richtungen fortgesetzt, wobei die nördlichen und östlichen Zugkontingente sowie die Flüge der verschiedenen Rastplätze westlich des Rheins vereinigt werden.
Nach dem Abzug von den ostdeutschen Rastplätzen ziehen die Zuggruppen meistens westwärts bis Frankreich. Dort verläuft die Zugroute diagonal durch das Land. Die großen Rastregionen liegen in Orléans und der Champagne Humide sowie in der Region Aquitaine. Gewöhnlich werden die westlichen Pyrenäen in der Provinz Navarra und dem östlichen Baskenland überquert, bevor es zu dämmern beginnt. Seit mehr als einem Jahrzehnt wird Frankreich auch zur Überwinterung intensiv genutzt.
Im nördlichen Spanien wird nur an wenigen Plätzen gerastet. Zugkonzentrationen bilden sich an der Laguna de Gallocanta in den Provinzen Saragossa und Teruel. Die ersten Vögel erscheinen im Oktober, in dessen zweiter Hälfte stärker Zuzug stattfindet, der zwischen Ende November und Mitte Dezember seinen Höhepunkt erreicht. Die Überwinterungsgebiete stellen die Extremadura und Andalusien sowie 58 weitere Plätze dar. Ein kleiner Teil der Population zieht auch weiter bis Nordafrika. Der Abzug beginnt ab Ende Januar und erreicht zwischen Ende Februar und Anfang März seinen Höhepunkt. Der Zug auf der westeuropäischen Route ist von maximal 40.000 Kranichen am Anfang der 1980er Jahre über 600.000 Vögel um 1990 auf etwa 150.000 Kraniche im Jahr 2001 angestiegen.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Kranich_(Art) |